Startnext-Crowdfunding der Berliner Bürgerplattformen

Mitgestalten für alle! Titel

Bis 23.09.2020 direkt spenden und mehr Informationen auf:
https://www.startnext.com/mitgestalten-fuer-alle

  • Sammelphase: 25.8.2020 bis 23.09.2020, 12 Uhr
  • Crowdfunding: mindestens 3.000 EUR müssen wir erreichen, sonst bekommen wir leider gar nichts!
  • Matchingfond: Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung „matcht“ unser Ergebnis im Verhältnis 4:1 (4 € wir + 1€ Hertie). Also je mehr wir sammeln, je mehr bekommen wir dazu.
  • Gemeinnützig: Für jeden gespendeten Betrag können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.

 

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Solidarisch Handeln während der Coronakrise

Corona
(Foto: N. Behler)

Die Corona-Pandemie ist im Alltag vieler Menschen präsent. Wie viele andere Gruppen auch, verlagert das DICO derzeit die Zusammenarbeit in und mit den Bürgerplattformen auf die digitalen Medien und unterstützt dort, wo Hilfe vonnöten ist.

In diesen Tagen finden deshalb verschiedene Telefonate und Videokonferenzen mit Vertreter*innen der verschiedenen Bürgerplattformen statt, um zu erkunden was die Einschränkungen für die zivilgesellschaftlichen Organisationen und Ihre Mitglieder gerade bedeuten, vor welchen Schwierigkeiten (aber auch Chancen) sie stehen und welche Hilfen viele von ihnen jetzt organisieren.

Wir wollen die aktuelle Situation bestmöglich verstehen, um gemeinsam die Hilfe zu organisieren, vor allem als Verbund von solidarischen, beziehungsorientierten und vielfältigen Organisation der Zivilgesellschaft. Das haben wir vor:

Voneinander lernen:

  • Bündelung und Weitergabe guter Ideen aus und an die Mitgliedsgruppen der Bürgerplattformen z.B.:
  • Wie jetzt die Beziehungen aufrechterhalten innerhalb und außerhalb der Organisationen mit welchen Kommunikations-Technologien?
  • Wie die passenden Hilfsangebote aufbauen (für Senioren, Familien, Schüler*innen, Organisationen, Geschäfte usw.)
  • Seriöse Informationen in verschiedenen Sprachen bereitstellen

Mit Weitblick handeln:

  • Entwicklung von zivilgesellschaftlichen Strategien und Lösungen zum Umgang mit den Auswirkungen der Krise unkoordinierten Aktionismus vermeiden, langfristige Entwicklungen im Blick behalten und entsprechend handeln.
  • Strategien zur Kompensation von wirtschaftlichen & finanziellen Engpässen für Vereine und Gemeinden entwickeln.

„Frühwarnsystem“:

  • Beziehungen zu politischen Entscheider*innen nutzen, weil wir in vielen Teilen und Communities der Stadt präsent sind.
  • Beziehungen mit wichtigen Entscheidungsträgern halten und nutzen (Senatskanzlei, Verwaltung, Feuerwehr, Unternehmen, Verbände usw.).

 

Bleiben Sie gesund. Danke schon jetzt an Alle, die mithelfen die Zivilgesellschaft langfristig stark zu halten!

AMIF Projekt: Aktivierung der Zivilgesellschaft für eine erfolgreiche Integration

 

Das Projekt aktiviert vorhandende zivilgesellschaftiche Initiativen in Bezug auf Integration von Zugewanderten mit Fluchtgeschichte in Teilhabestrukturen. Es systematisiert und verbindet Methoden des Community Organizing, der politisch-historischen Bildung, der individuellen Sprachbegleitung und der interkulturellen Öffnung von zivilgesellschaftlichen Akteuren und macht die Ergebnisse für die Integrationsarbeit nutzbar.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der Europäischen Union kofinanziert und vom DICO unter Federführung der Karl-Arnold-Stiftung sowie in Kooperation mit dem IMAP – Institut Düsseldorf durchgeführt.

           

 

Ansprechpartner für Berlin:

Andreas Richter 0174 945 6971, richter |at| organizing-berlin.de
Sami Atris 0163 8467065, sami.atris |at| organizing-berlin.de

Berliner Bürgerplattformen zeigen erneut ihre Stärke und Vielfalt

Lösungen für die wachsende Stadt bei Kita- und Wohnungskrise

Berlin, 18. Juni 2019. Am Abend des Tages, an dem der Berliner Senat die Wohnungskrise mit dem Beschluss eines Mietendeckels in den Griff zu bekommen versucht, kamen fast 500 Schlüsselpersonen aus den derzeit über 60 Mitgliedsgruppen der vier Berliner Bürgerplattformen zusammen. Auf dem 30 Hektar großen Areal des ehemaligen Betonwerks an der Grünauer Straße wurden vor 1990 die Platten für die Großsiedlungen der DDR hergestellt. An diesem Abend ging es, neben einigen lokalen Themen, vor allem darum, mit welchen Lösungen man als organisierte Zivilgesellschaft den Herausforderungen der wachsenden Stadt begegnen kann, konkret in den Bereichen Kitaversorgung und Wohnungsneubau.

Lebendige Demokratie und Vielfalt

Die Aktion war gleichzeitig ein Zeugnis und eine Feier von Vielfalt und lebendiger, selbstbewusster Demokratie. Jörg Gerasch, Pastor des Abraham Projekts der Bürgerplattform ‚Wir bewegen Spandau‘, machte nach der Präsentation der Erfolge im Kita-Bereich und in den lokalen ÖPNV-Themen noch einmal deutlich: „Das ist gelebte und funktionierende Demokratie. Das ist ein Beispiel dafür, wie Menschen gemeinsam eine Kraft entwickeln, weil man sich zusammen für ein Thema einsetzt und dann, wie es in einer guten Demokratie üblich ist, auch ein Ohr findet, das unterstützt und das Dinge zu einem guten Ziel bringt.“

Fast 500 Menschen aus den vier Berliner Bürgerplattformen am 18. Juni 2019 auf dem ehem. Betonwerk an der Grünauer Straße feiern Erfolge, knüpfen Beziehungen und sprechen über Lösungen für die wachsende Stadt (Fotos: Valentin Paster)

Erfolge im Kita-Bereich

Gemeinsam mit der anwesenden Staatssekretärin für Jugend und Familie Sigrid Klebba (SPD) wurden die Erfolge der inzwischen fast zweijährigen Zusammenarbeit zwischen Bürgerplattform und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vorgestellt. Ein erweiterter Zugang zur Ausbildung und damit ein erweitertes Fachkräftepotenzial für Kitas, ein schnellerer Eintritt in den Beruf durch das Zusammenziehen von Sozialassistenten- und Erzieherausbildung sowie die Einrichtung einer zusätzlichen Stelle zur Begutachtung und Anerkennung ausländischer Zeugnisse und Berufsabschlüsse konnten erreicht werden.

Ramona Herzberg (SO! MIT UNS) und Sirgrid Klebba (SPD) im Gespräch
(Foto: Valentin Paster)

„All das ist mit wesentlicher Unterstützung der Bürgerplattformen zustande gekommen.“, unterstrich Sigrid Klebba und drückte Ihre Wertschätzung aus für die „kritische, teils auch fordernde Begleitung der Bürgerplattformen“, die am Ende zu „sehr konstruktiven Gesprächen“ und den entsprechenden Ergebnissen geführt haben.

Blockade beim Wohnungsbau

Als Beitrag zur Lösung der Wohnungskrise in Berlin, dem Thema mit der derzeit wahrscheinlich größten sozialen Sprengkraft in der Stadt und eine der wichtigsten Zukunftsfragen, haben die Berliner Bürgerplattformen in den vergangenen Jahren das „Grünauer Modell“ entwickelt[i]. Organisierte Zivilgesellschaft, Marktakteure sowie Politik und Verwaltung arbeiten gemeinsam an der Realisierung neuer, integrativer und vielfältig genutzter urbaner Quartiere zum Leben, Lernen und Arbeiten. Bürger*innen sind in diesem Modell nicht Verhinderer (NIMBY – Not in my backyard!), sondern Ermöglicher und Treiber, die Kooperationen mit der Immobilienwirtschaft initiieren, um gemeinwohlorientiert bezahlbaren Wohnungsbau auch im Bereich des selbstgenutzten Wohneigentums zu realisieren. Mit dem Eigentümer des ehemaligen Betonwerks konnte vor knapp drei Jahren ein solcher Marktakteur durch die Bürgerplattformen gewonnen werden.

Abb.: Grünauer Modell der Berliner Bürgerplattformen/ E. Schilling, K. Al-Banjary (WIR SIND DA) zum Wohnungsbau
(Foto:
V. Paster)

Zuspruch für die Idee im Allgemeinen sowie für die konkrete Realisierung eines neuen Quartiers auf dem Betonwerk, das nicht nur Wohnungen, sondern Kitas, Schule, Gemeindezentrum und Platz für viele neue Arbeitsplätze in Handwerk und Gewerbe vorsieht, gab es von vielen Akteuren aus Stadtgesellschaft, Wirtschaft, von Sozialträgern, aus Teilen der Lokal- und Landespolitik und der Nachbarschaft. Die für den Bau bezahlbarer Wohnungen verantwortliche Politik in Bezirk und Land jedoch reagierte vor allem mit Ablehnung, Verhinderung und Blockade. Dazu Elke Schilling vom Silbernetz e.V. der Bürgerplattform ‚Wir sind da! Wedding/ Moabit‘: „Wir nennen diejenigen beim Namen, die Gespräche mit uns für Zeitverschwendung, überflüssig und nicht zielführend halten: die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (LINKE), den Treptow-Köpenicker Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) und den Bezirksstadtrat Rainer Hölmer (SPD).“

Die Berliner Bürgerplattformen fragen: Wo sind die Eigentümer, die Politiker und die Verwaltungen, die aufgeschlossen sind und die Zivilgesellschaft darin unterstützen, solche Modell umzusetzen? Wo sind die Verantwortlichen, die Wohnungen bauen wollen und die Stadt entwickeln. Die wollen, dass auch weiter Menschen nach Berlin kommen können und die wissen, dass Machen besser ist als Abwarten. Weil die Wohnungskrise nicht beendet ist, auch nicht mit dem Mietendeckel, sprachen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aktion dafür aus, das Thema Wohnungsneubau weiter voranzutreiben.

[i] https://www.vhw.de/fileadmin/user_upload/08_publikationen/verbandszeitschrift/FWS/2018/4_2018/FWS_4_18_Richter.pdf [20.06.2019]